» Geschichte der Burg Graupen

Geschichte der Burg Graupen Die Burg wurde wahrscheinlich von Johann von Luxemburg gegründet, und zwar irgendwann um 1320, denn der König hatte Interesse an der Befestigung des Grenzstreifens zu Sachsen. Die Burg schenkte der König Johann von Luxemburg zusammen mit dem Städtchen Graupen, den Zinnbergwerken und Türmitz (Trmice) durch die Urkunde, die am 10.12.1330 in Innsbruck ausgestellt wurde, dem Meißner Adligen Thimotheus von Kolditz. Thimotheus kaufte noch die Festung Kirchlitz (Kirchlice) hinzu, und 1335 regelte er mit den Herren von Bergow vertraglich die Grenzen zwischen dem Graupner Herrschaftsgut und dem Herrschaftsgut Geisberg (Supí hora). Thimotheus war eine wichtige Person am Hof des Königs Johann, er begleitete ihn mit einer Gruppe von Herren auf seinen Streifzügen durch Europa. Die von Kolditz hatten Graupen mit einer achtjährigen Unterbrechung bis 1504, d.h. 166 Jahre, in ihrem Besitz.

Die Burg wurde auf einem hohen Felsvorsprung mit Zugang von der Nordseite gegründet. An der Stelle, wo der Vorsprung niedriger war, wurde er noch künstlich durch einen Graben abgesenkt. Darüber wurde die ursprüngliche Burg mit annähernd rechteckigem, nord-südlich orientiertem Grundriss von etwa 20 x 55 m errichtet. Ihr dominanter, viereckiger Turm (Palast) verband Wohn- und Verteidigungszwecke miteinander. Er befand sich in der nordwestlichen Ecke der Burgwälle und hat wohl drei Stockwerke gehabt (seine Gestalt blieb nicht erhalten). Vom rechteckigen Turm in der östlichen Burgmauer, der den unter dem Städtchen entlang führenden Weg bewachte, blieb nur das Erdgeschoss mit dem gotischen Spitzportal erhalten.

Burg Graupen - 2. TorAm Ende des 15. Jahrhunderts wurde eine großangelegte Befestigung errichtet, die das bisherige Objekt stark vergrößerte (die Länge des Objekts erreichte ca. 140 m). Aus der westlichen Burgbefestigung ragte hinter der Mündung des Zugangssträßchens ein einstöckiges, längliches, offenbar für die Burgwache bestimmtes Gebäude und außerdem zwei halbkreisförmige Bastionen heraus.
An die erste von ihnen wurde 1695 ein Querhaus für das herrschaftliche Bergamt (Amtshaus) angebaut. Obgleich die Burg selbst im 17. Jahrhundert aufhörte, ihre Wehr- und Wohnfunktionen zu erfüllen, und ihre Reste verkamen, blieb es auf dem Felsvorsprung weiterhin lebendig. Im Amtshaus hatten die Verwaltung des Graupner Guts und das herrschaftliche Bergamt ihren Sitz.

J.-W.-Goethe-Denkmal auf der Burg Graupen

Die verlassene Burg wurde im 19. Jahrhundert in der Romantik wiederentdeckt, als der gesamte Raum und seine Umgebung hergerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, aus dem Amtshaus wurde bei dieser Gelegenheit ein Restaurant. Der Ort wurde zum Spazierengehen und zur Erholung insbesondere von Besuchern von Bad Teplitz aufgesucht, die auch die Rosen im Herrengarten bewunderten. Von ihnen wuchsen hier über einhundert Arten, und nach ihnen begann man die Burg auch Rosenburg (Růžový hrad) zu nennen. Ein bestehendes Problem blieb jedoch das zerfallende Mauerwerk der Burg und dessen Absicherung.

Bedeutende Besucher der Burg

Während seiner Aufenthalte in Bad Teplitz (1810, 1813) besuchte auch J. W. Goethe mehrfach die Burg. Goethe zeichnete Graupen sogar und vermerkte sich, dass der Zusammenbruch des Turms (1807) dazu führte, dass die Ruine lange Zeit als Stein- und Quaderquelle diente. Zum Gedenken an seinen Aufenthalt wurde für ihn in der Nähe des südlichen Rundturms ein Denkmal errichtet. Ein anderer berühmter Besucher war die Kaiserin Marie-Louise (1812).

Später wurde eine Promenade errichtet, und es wurden Terrassen, ein Altan, ein neuer Stall, ein Wasserwirtschaftshäuschen und ein Schuppen gebaut.


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